17.02.2011, St.-Tropez (ft).
Frühling an der Côte d´Azur
Möglicherweise hängt es mit „El Niño“ zusammen. Die Wissenschaftler sind sich uneins, aber manche behaupten, daß die immense Strömung im ozeanographisch-meterologischem System vor der südamerikanischen Pazifikküste im Zusammenspiel mit einem stabilen Kältetief über dem Nordatlantik auch das Wetter in Europa beeinflußt. Dieses Jahr ist das zu Weihnachtszeit auftretene Phänomen (daher sein mit „Christus“ zu übersetzender Name) ausgeblieben, und das sei vielleicht verantwortlich für den lange Zeit milden Winter in unseren Breiten. Denn bis auf den heftigen mediterranen Hurrikan („Medicane“) über dem Golf von Genua Anfang November und einem Kälteeinbruch mit seltenem Schneefall bis herunter an die Küste Anfang Februar war der Winter 2011/2012 an der Côte d´Azur herrlich mild und sonnig.
Schnee auf den Dächern von Saint-Tropez: Das Rußlandtief, das Europa wochenlang in seinem Kältegriff hatte, ließ kurzzeitig arktische Luft bis ans Mittelmeer vordringen. Doch 48 Stunden nachdem über Nacht 10 Zentimeter Schnee gefallen waren, war der für die Einheimischen aufregende Zauber wieder vorbei. Seit 10. Februar steigen die Temperaturen wieder von Tag zu Tag, die Sonne wärmt die Strandspaziergänger, das Meer schimmert tiefblau und über der Küste thronen die schneebedeckten Seealpen. Freie Fahrt also für die Mimosenkorsi, die Ende Februar wieder in vielen Orten entlang der Küste stattfinden.
Einige Städte am 130 Kilometer langen „Mimosenweg“ von Bormes les Mimosas bis Grasse haben sich zusammengeschlossen und betreiben gemeinsam Werbung: Ihre Broschüre mit ausführlichem Veranstaltungskalender zu Mimosen-, Blumenfesten und auch Karnevalsfeiern kann als pdf hier heruntergeladen werden: http://www.visitvar.fr/ressources/brochures/1/28900.pdf
08.02.2012, St.-Tropez (ft).
Teure alte Zeiten
In diesem Gefährt, einem Ferrari 250 GT Spider California, kurvten einst in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Bardot und der Regisseur und Schauspieler Roger Vadim durch Paris und St.-Tropez. Jetzt ist der silberne Sportwagen aus dem Jahr 1959 zum Rekordpreis von 4 Millionen Euro in Paris versteigert worden. Für das Auktionshaus Artcurial war es ein voller Erfolg: Vor mehr als 1.000 Zuschauern lieferten sich neun Kaufinteressenten eine Bieterschlacht. Acht davon steigerten am Telefon mit, ein Sammler befand sich im Saal und verwandelten die „Rétromobile“ in eine Sensation. Der Auktionsgewinner muss noch eine Kaufprämie von 507.000 Euro drauflegen. Nicht bekannt ist, ob das nunmehr höchst exklusive Sammlerstück jemals wieder gefahren wird, oder wieder für viele Jahre, gar Jahrzehnte ins sicherlich wohltemperierte Lager verschwindet.
03.02.2012, St.-Tropez (ft).
Und sie kommen alle – aber wer eigentlich?
Das Gros an Urlaubern beehrt St.-Tropez und Umgebung trotz der höheren Preise aufgrund der Kombination von schönem Wetter (gibt es aber auch anderswo), herrlichen Stränden (dito), schicken Strand- und Nachtclubs (da wird die Luft schon dünner), unglaublicherweise kaum verschandelte Küstenlandschaft (mit ausgedehnten Naturschutzgebieten, das findet sich so nahe an einem Top-Hotspot eher seltener), und aufgrund des nicht zuletzt durch den alljährlichen Promi-Auflauf weltweiten Bekanntheitsgrades. Da liegt man also am Strand und kann in den bunten Blättern und auch der örtlichen Tageszeitung nachlesen, welche VIP´s (was immer das ist) den gleichen Aufenthaltsort gewählt haben.
Viele schwergewichtige Unternehmer und Wirtschaftsführer halten sich in der Öffentlichkeit ob ihrer Vorliebe für die Halbinsel von St.-Tropez zurück (außer, sie haben mit Karstadt zu tun: einst Thomas Middlehoff, jetzt Investor Nicolas Berggruen, oder es ist der französische Milliardär Francois Henri-Pinault, der seinen Faible für St.-Tropez so wenig zu verheimlichen braucht, wie ein Deutscher für Sylt). Sie besitzen Ihre Residenzen, vorzugsweise im Villenviertel Les Parcs de St.-Tropez, mögen es aber diskret, sicher oft auch, um den Neidfaktor bei den ihnen mehr oder weniger Untergebenen klein zu halten. Doch die, die von Berufs wegen in der Öffentlichkeit stehen und keine Politiker sind (einzige Ausnahme: Dauergast Jaques Chirac), lassen sich gerne sehen und werden mit Vorliebe beim Shoppen oder beim obligatorischen Besuch des Strandlokals mit der höchsten Promidichte, dem Club 55, abgelichtet. Falls dies nicht schon bei der Herfahrt auf der Yacht die mit ihren Hubschraubern waghalsig vor den Schiffen tänzelnden fliegenden Paparazzi erledigen.
Hier also einmal eine absolut unvollständige Liste von „celebreties“, die laut Klatschpresse 2011 St.-Tropez beehrt haben sollen, viele davon kann man schon als langjährige Stammgäste bezeichnen: Kate Moss, Hugh Jackman, Beyonce, Paris und Nicky Hilton, Elton John, Prinzessin Beatrice, Elisabeth Hurley, König Gustav und Königin Sylvia von Schweden, Naomi Campbell, Ivana Trump, Seal und Heidi Klum, Tara Reid, Quincy Jones, Victoria Silvstedt, Catharina Zeta-Jones, Michael Douglas, Joan Collins, Percy Gibson, Liz Hurley, Sharon Stone, David und Victoria Beckham, Bruce Willis, Cindy Crawford, Geri Halliwell, Penepole Cruz, Bono, Pamela Anderson, Sting, Michael Bolton, Karl Lagerfeld, Jack Nicholson, Björn Borg, P Diddy, Rod Stewart, Giorgio Armani, Tommy Hilfiger, Leonardo Di-Caprio, John McEnroe, Jean-Michel Jarre, Lady GaGa, Wayne Rooney, Christian Audigier, Bar Refaeli, Jerry Hall, Denise Rich, Johnny Depp, Vanessa Paradis, Mario Adorf, Flavio Briatore, Ralph Schumacher, Avril Lavigne, Roberto Cavalli, Rihanna, Snoop Dog, David Guetta und natürlich DJ Antoine und Timati. Ach ja, fast hätten wir es vergessen: Eine zumindest deutschen Privatfernsehzuschauern nicht ganz unbekannte Familie Geiss gehört auch dazu...
15.12.2011, St.-Tropez (ft).
Weihnachtsruhe vor dem Partysturm

Wenn es in den Bergen nur wenig Schnee gibt, kann man die Feiertage genauso gut am Meer verbringen. Das sagen sich dieses Jahr sicherlich noch mehr Weihnachtsurlauber als sonst. Saint-Tropez rüstet sich jedenfalls für die Feiertage zum Jahreswechsel.
Noch geht es beschaulich zu: Kinder erfreuen sich an der auf dem Place des Lices aufgebauten Eisbahn, im Lavoir Vasserot gibt es eine Krippenausstellung mit der Hafenpromenade im Kleinformat, und an Heiligabend kommt der Weihnachtsmann mit dem Boot angefahren. Richtig provencalisch wird es dann bei der Christmette zu Mitternacht in der Kirche von St.-Tropez, wo neben dem klassischen Weihnachts-Liedgut auch die Pfeifen und Trommeln der traditionellen südfranzösischen Volksmusik erklingen.
Doch spätestens ab den Weihnachtsfeiertagen wird es dann Tag für Tag voller. Viele Geschäfte, Restaurants und Bars haben wieder geöffnet, ebenso eine Reihe von Hotels. Der Austernstand am „Place aux Herbes“ hinter dem Fischmarkt hat gut zu tun, ebenso der Wein- und Champagnerhändler. Die Fassaden der Häuser am Hafen werden allabendlich in ein kräftiges Farblichtspiel getaucht, und auch so manche Yacht gibt sich ihr Stelldichein zum Jahreswechsel. Silvester dann, spätestens ab Mitternacht, ist dann Party angesagt, im „Le Quai“ ebenso wie in der „Brasserie des Arts“, im „Café de Paris“ und der „Bar du Port“. Doch zuvor kann man sich bei einem vielgängigen Silvestermenü verwöhnen lassen. Nicht einmal böllern muss man selbst, das erledigt die Stadt, die zu Mitternacht ein großartiges Feuerwerk über dem bekanntesten Fischerdorf der Welt abbrennen läßt.
30.11.2011, St.-Tropez (ft).
Platin für Welcome to St.-Tropez
Er war der große Sommerhit in diesem Jahr – und nicht nur in den Clubs von St.-Tropez wird er noch für Jahre zum Standardrepertoire gehören: DJ Antoines Remix von Timatis „Welcome to St.-Tropez“. Der Song stürmte zuerst youtube, dann die Clubs und schließlich die Charts. Für den russischen Rapper Timati war es der erste wirklich große internationale Charterfolg und darüber hinaus überhaupt erst der zweite russische Popact, der die deutschen Top-Ten erklimmen konnte. Ohne die Remix-Version des schweizerischen House-Djs und Produzenten Antoine (bürgerlich: Antoine Konrad) allerdings wäre es wohl nicht soweit gekommen. Seine Clip-Version von „Welcome to St.-Tropez“ wurde im Internet weltweit über 50 Millionen Mal aufgerufen. Klar, daß die Auftritte von DJ Antoine und von Timati (auf unterschiedlichen Partys) in diesem Sommer im Vip-Room von St.-Tropez riesige Erfolge waren. Edelmetall gibt es auch reichlich: Die Single-CD erhielt nicht nur Gold, sondern mittlerweile auch Platin. Und wer jetzt im Winter von der ausgelassenen Stimmung im sommerlichen St.-Tropez träumen will, der braucht sich nur das Video auf dem KontorTV-Channel in youtube anschauen: Welcome to St.-Tropez.
15.11.2011, St.-Tropez (ft).
Geschützte Küste
Wenn am 11. und 12 Dezember im herrlichen Naturgarten von Rayol de Canadel (www.domainedurayol.org, ca. zwanzig Kilometer von St.-Tropez entfernt) der Winter begrüßt wird, wird den Besuchern einmal mehr die Schönheit der mediterranen Küstenlandschaft vor Augen geführt. Eben weil es neben dem pulsierenden Leben in Saint-Tropez die weitläufigen Strände und naturbelassenen, nicht verbauten Küstenbereiche gibt, zählt die Halbinsel von St.-Tropez zu den nachhaltigsten Feriengebieten. Vor allem eine Organisation sorgt dafür, daß das so bleibt: die vor über 35 Jahren gegründete „Conservatoire du Littoral“, die sich in ganz Frankreich um die Bewahrung der Küstenlandschaften kümmert. Bei St.-Tropez sind es bereits seit längerer Zeit gleich fünf Naturschutzgebiete mit großartigen Küstenwanderwegen am Meer: Der Park des „Chateau de la Moutte“ und die „Batterie du Capon“ auf dem Gemeindegebiet von St.-Tropez, das „Cap Camerat“ und das „Cap Taillat“ von Ramatuelle und das „Cap Lardier“ bei La Croix Valmer (siehe Karte, weitere Informationen auf www.conservatoire-du-littoral.fr). Neu dazugekommen ist die Bucht von Pampelonne mit dem mit seinen fünf Kilometern längsten Sandstrand an der französischen Mittelmeerküste. Das wird Auswirkungen auf diejenigen Strandrestaurants haben, die allzu nah am Meer positioniert sind und deren geforderter Rückbau im Winter derzeit umstritten, zum Schutz dieser einzigartigen Bucht aber wohl unumgänglich ist (nicht oder kaum betroffen sind die großen bekannten Clubs wie „Le Club 55“, „Moorea Plage“, „Tahiti Plage“ und „Nikki Beach“, deren Haupthäuser bereits ausreichenden Abstand zum Wasser halten).
01.10.2011, St.-Tropez (ft).
Porsche-Paradies
Das ist ein ganz fester Termin im Event-Veranstaltungskalender von St.-Tropez: Das Porsche Paradies. Zum 36. Mal findet das Treffen statt, dieses Jahr am Wochenende vom 8. und 9. Oktober. Über 500 der schnellen Sportwagen finden sich in St.-Tropez ein, der große Hafenparkplatz ist eigens zum Teil gesperrt und in die verschiedenen Kategorien eingeteilt, darunter die neuesten Modelle, aber auch herrliche Oldtimer. Veranstaltet wird das Wochenende vom Porsche-Club Mediterranée, am offiziellen Teil mitmachen kann nur, wer sich rechtzeitig anmeldet. Wer das verpasst, muss leider draussen parken. Vor allem kann er nicht an den zwei angebotenen freien Fahrten auf Testrennstrecken im Hinterland teilnehmen. Eigens für die Teilnehmer öffnet im Hotel Byblos Samstagnacht der Nightclub Caves du Roy für die große Porsche-Paradies-Party seine Pforten.
20.09.2011, St.-Tropez (ft).
Les Voiles 2011
Sie müssen raus, die mehrstöckigen, meist strahlend weißen oder tiefblauen Luxusyachten aus aller Herren Länder, die normalerweise den alten Teil des Hafens von St.-Tropez schmücken. Denn ihre Stammplätze werden gebraucht für die wunderschönen historischen und topmodernen Segelboote, die wie jedes Jahr zum Saisonabschluß nach St.-Tropez kommen. Sie nehmen teil an der Großregatta „Les Voiles de St.-Tropez“, die, hervorgegangen aus einem einst vom Inhaber des weltbekannten Strandclubs Club 55 initierten privaten Wettstreits, seit 1999 von der nautischen Gesellschaft von St.-Tropez ausgetragen wird.
300 Segelyachten mit über 3.000 Crewmitgliedern bevölkern St.-Tropez für über eine Woche, dieses Jahr vom 24. September bis zum 2. Oktober. Fünf Wettfahrten für die modernen, und vier Entscheide für die historischen Segler bilden den Kern der Veranstaltung, die von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet wird: Hersteller und Ausrüster präsentieren sich, Broker pflegen ihre Kontakte, in der eigens aufgebauten Zeltstadt werden die Akkreditierungen bearbeitet, Journalisten betreut, die offizielle Regattabekleidung verkauft, Podiumsveranstaltungen abgehalten und nicht zuletzt an der zentralen Bar Geselligkeit gepflegt.
Wenn die Crews und ihr Gefolge dann nachts die Restaurants und Bars stürmen, geht es noch einmal hoch her in St.-Tropez, bevor sich der Ort für die Wintermonate in eine ruhige, beinahe provencalisch-idyllische Küstenstadt zurückverwandelt, die Einheimischen beim Boulespiel auf dem Places des Lices wieder unter sich sind, und mehr Pastis als Champagner ausgeschenkt wird.
19.08.2011, St.-Tropez (ft).
Große Gartenmesse bei St.-Tropez
Die Großgärtnerei Derbez ist für jeden Besucher von Saint-Tropez unübersehbar: Die Küstenstraße, die ins Hafenstädtchen führt, wird wenige Kilometer vor Saint-Tropez von nachts angestrahlten liegenden Palmen, beleuchteten Skulpturen und unzähligen alten Olivenbäumen gesäumt. Auf dem großen Gelände wachsen zigtausende Pflanzen oft jahre-, manchmal jahrzehntelang, bis sie ihren Platz in einem Privatgarten oder in den gut gepflegten öffentlichen Anlagen auf der Halbinsel finden.
Bei Derbez wird nun vom 9. bis zum 12. September die mittlerweile größte Gartenausstellung an der Côte d´Azur veranstaltet: Über 250 Aussteller präsentieren ihr Wirken in den Bereichen Gartenarchitektur und -gestaltung, Gartenbau und Gartenpflege, Technik und Engergieversorgung von Gartenanlagen, Design, Skulpturen, Landart, Umweltschutz und Landschaftspflege.
Die diesjährige siebte Ausgabe des Gartenfestivals steht unter dem Thema „Les Jardins entrent en scene“ (sinngemäß: „Gärten auf der Bühne“), und präsentiert u.a. die schönsten Gartenszenen im Film. Thematische Dörfer und Showgärten bieten einen umfassenden Überblick über die aktuelle Gartenbaukultur. Das Gartentreffen in Gassin vor den Toren von Saint-Tropez ist vom 9. bis 12. September von 10 bis 21 Uhr geöffnet, am letzten Tag bis 19 Uhr.
19.07.2011, St.-Tropez (ft).
Klassik und Jazz im geschichtsträchtigen Chateau de la Moutte
Harte Beats, und die Mädchen tanzen auf den Tischen: das ist die Sommernacht in den weltbekannten Nachtclubs wie „Les Caves du Roy“ oder „VIP-Room“ von Saint-Tropez, wie sie dem Klischee entspricht, aber eben auch der Realität. Einen ganz anderen Sommernachtstraum bietet das hinter der Stadtgrenze im Grünen gelegene historische Schloß Chateau de la Moutte. „Das Anwesen ist von Weinbergen, Eichen, Oliven- und Feigenbäumen umgeben. In nur wenigen Minuten ist man am Meer und an dem See, wo wir Teichhühner, Brachvögel und Zwergschnepfen schießen. Es sind die Jagd und Fischerei, das Baden im Meer und das Einholen der Ernte dieses fruchtbaren Bodens, die diese Landschaft und das Schloss zu einem so angenehmen Ort machen“ beschrieb niemand geringeres als die Tochter von Franz Liszt diesen romantischen Ort.
Blandine Liszt verschlug es hierher, weil sie, die Tochter des legendären Pianist-Komponisten und Schwester von Cosima Wagner, mit Emile Ollivier verheiratet war, Premierminister unter Napoleon III. Er war ein Verehrer seines Schwagers Richard Wagner und pflegte intensive Kontakte zu Künstlern und Literaten. Indes verstarb Blandine früh im Jahr 1862 nach der Geburt ihres Sohnes. So kam es, daß eine Liszt auf dem Friedhof von St.-Tropez am Meer bestattet ist. Ihr Bruder Franz besuchte seinen Schwiegersohn und die Grabstätte seiner Schwester zwei Jahre später im Chateau de la Moutte.
Heute ist das Schloß in staatlicher Hand und wird von der Stadt St.-Tropez verwaltet. Seit 1975, als die Enkelin von Emile Ollivier erstmals zu klassischen Konzerten lud, werden hier jeden Sommer kulturelle Veranstaltungen durchgeführt. In diesem Jahr finden die „Nuits du Chateau de la Moutte“ vom 26. Juli bis 11. August statt. Neben Kammermusik des Streichquartetts Quatuor Ludwig (am 26. Juli mit dem Pianisten Cyprian Catsaris), Jazz Manouche mit dem Jazzgeiger Didier Lockwood, Konzerten mit dem armenischen Jazzpianisten Tigran Hamasyan und einer Liszt-Hommage mit dem russischen Pianisten Boris Berezovski gibt es am 11. August ein Konzert mit international preisgekrönten Nachwuchs-Gesangstars. Karten unter www.lesnuitsduchateaudelamoutte.com.
27.06.2011, St.-Tropez (ft).
Tennisklassiker: Ice Borg gegen BigMac
Wer 1980 für das Endspiel von Wimbledon keine Karten bekommen hatte oder zu jung war, kann am 8. und 9. Juli in St.-Tropez die Revanche erleben: Die einstigen Tennis-Superstars Björn Borg und John McEnroe treten noch einmal gegeneinander an. Der „Ice Borg“ genannte Schwede und der Amerikaner, gerne auch „Big Mac“ tituliert, werden sicher ein spannendes, aber auch lustiges Spiel abliefern, über 30 Jahre nach dem großen Kampf um den ehrenvollsten Titel im internationalen Tennis.
Das Match im Jahre 1980 auf dem berühmten Rasen des All England Lawn Tennis and Croquet Club lieferte in einem der längsten Tie-Breaks der Tennisgeschichte Hochspannung pur, ganz so nervenzerfetzend wird es in St.-Tropez nicht zugehen, aber es dürfte großen Spaß machen, den Herren zuzuschauen. Zudem werden sie von Henri Leconte, Cédric Pioline, Fabrice Santoro et Mansour Bahrami unterstützt, die auch für ihre großen Spiele, aber auch die ein oder andere humoristische Einlage gut sind.
29.05.2011, St.-Tropez (ft).
3. Saint Tropez Ladies Amateurs
Zum dritten Mal findet dieser außergewöhnliche Ladies Amateurwettbewerb statt, und zwar als kombinierter Polo- und Golfevent wie er in dieser Form allein schon wegen der Austragungsstätte(n) einmalig ist: Der exklusive private Golf & Countryclub von Gassin befindet sich nur fünf Kilometer vor St.-Tropez und nur einen Kilometer vom einzigen Poloclub an der Côte d´Azur entfernt, dem Poloclub Harras von Gassin.
Nach sehr erfolgreichen Durchgängen in den Vorjahren treten die Teilnehmerinnen dieses Jahr am 21. und 22. Juni an, und zwar zunächst auf dem Polo-Platz, wo die Turnierteilnahme ausschließlich Frauen vorbehalten ist, und am Folgetag auf dem Golfplatz, wo jeder Teilnehmerin ein Mann zugeordnet wird. Keine Frage, daß man dieses exklusive Event mit exquisiten Dinner und Ball am Abend natürlich herrlich mit den anderen Annehmlichkeiten verbinden kann, die frau in und um St.-Tropez geboten werden: Shopping, Yachtausflüge, Sonnenbaden in einem der angesagten Strandclubs ...
Die Preisverleihungen und Abendveranstaltungen finden im legendären Pan Dei Palace in St.-Tropez statt, ein großes Stadthaus, daß sich 1835 ein französischer General für seine große Liebe bauen ließ, der schönen punjabische Prinzessin Bunna Pan Dei, mit der er fünf Kinder hatte. Heute ist das fürstliche Haus eines der romantischsten Hotels von St.-Tropez.
12.05.2011, St.-Tropez (ft).
In die Farbe direkt hineinschneiden
"In die Farbe direkt hineinzuschneiden erinnert mich an die Arbeit der Bildhauer im Stein. Aus diesem Geist ist mein Buch entstanden", sagte Henri Matisse selbst über sein legendäres Buchkunstwerk "Jazz", das 1947 erschienen ist: "Diese Bilder in lebhaften und kräftigen Tönen sind aus kristallisierten Erinnerungen an den Zirkus, an Volksmärchen oder an Reisen entstanden."
Im Buch sind neben den Scherenschnitten auch von Henri Matisse kaligraphierte Texte enthalten. "Jazz" gehört zu den erfolgreichsten Künstlerbüchern von Künstlern des zwanzigsten Jahrhunderts, die Vorlagen werden immer wieder in den großen Museen gezeigt, so zum Beispiel 2002 in der Frankfurter Kunsthalle Schirn. Manche der Motive aus dem Werk "Jazz" sind als Plakatmotiv beliebt, vor allem "Icarus".
Bereits über siebzigjährig und krank schuf Matisse (geboren 1869 in Nordfrankreich, gestorben 1954 in Ciemiz bei Nizza) dieses Buch, in dem er einfache Formen aus Papier schnitt, einfärben ließ und auf ebenfalls gefärbten Bögen zusammensetzte. Diese Originale wurden sodann als Druckvorlagen verwendet und sind derzeit im städtischen Museum l´Annonciade in St.-Tropez zu sehen.
St.-Tropez, 08.05.2011 (ft)
Lass es rote Rosen regnen
Tausende rote Rosen aus dem Huschrauber auf das Grundstück der Angebetenenen bei St.-Tropez regnen zu lassen, damit auch noch Erfolg zu haben und kurz darauf eine der zu diesem Zeitpunkt schönsten Frauen der Welt zu ehelichen, und zwar nicht in Schweinfurt, sondern in Las Vegas; den Hubschrauber an sich später als unabdingbares Accessoire des Mannes oder der Frau von Welt zu bezeichnen, ein Standpunkt, der, wenn man darüber nachdenkt, die heutzutage existierenden Initiativen gegen Hubschraubernebengeräusche bei St.-Tropez ihrer schrecklichen Kleingeistigkeit entlarvt; über das beinahe lebenslängliche Prädikat „playboy“ mit 77 Jahren zu scherzen, daß es ja nett sei, in diesem Alter noch als „boy“ bezeichnet zu werden; das Feste feiern, garniert mit schweren Motorädern, schnellen Autos, schönen Frauen und vor allem Grandezza, als Lebensinhalt zu zelebrieren; dennoch 40 Jahre mit derselben Frau verheiratet zu bleiben, wenn auch nicht mit derselben, der einst die Flugrosen zugedacht waren...
Ach ja, und wie nebenbei in St.-Moritz Junioreneuropameister im Zweierbob zu werden, seinem Bobclub später über 40 Jahre lang bis zum Tod als Präsident zu dienen, jahrezehntelang die zeitgenössiche Kunst in Vereinen und auch als Galerist zu fördern, preisgekrönte Kurz- und Dokumentarfilme zu drehen, als Fotograf mit seinen Werken in über 40 internationalen Ausstellungen gewürdigt zu werden, um sich schließlich intensiv der Astrologie zu widmen.
Das alles war Gunter Sachs, der sich am 7. Mai 2011 im schweizerischen Gstaad das Leben genommen hat. Drei größere Anwesen hatte er im Laufe der Zeit in und bei St.-Tropez besessen, dem er zeitlebens treu geblieben ist und dessen Bild in der Öffentlichkeit er vor allem in den sechziger und siebziger Jahren maßgeblich mit geprägt hat. Er hatte einen gehörigen Anteil daran, daß St.-Tropez über viele Jahre der Treffpunkt nicht nur der Reichen und Schönen, sondern auch der Kreativen und Freiheitsliebenden war. Heute sind es seine Geschichte und die Geschichten aus seinem Leben, die wir Nachgeborenen beinahe ungläubig staunend wahrnehmen und von denen zum Beispiel er selbst in seinem letzten, 2007 erschienenen Buch ausführlich berichtet: Es sind die Erzählungen eines Gentleman, kurzweilig, und dennoch diskret.
02.05.2011, St.-Tropez (ft).
Bügelfrei in den Sommer
"Oben ohne" hatte den Gendarm von St.-Tropez noch hinter den Büschen hervorgelockt. Doch wenn sich dieses Exemplar seinerzeit an den Stränden von St.-Tropez seine Tops erledigt hätte, hätte sich Louis de Funes nicht erregen müssen. Es handelt sich doch nur um den neuen Volkswagen Golf Cabriolet in seiner Neuauflage, die derzeit in St.-Tropez präsentiert wird.
Gleich für mehrere Wochen hat VW dafür das Luxushotel Villa Belrose in Gassin gemietet, mit spektakulärem Ausblick auf den Golfe de St.-Tropez – wo besser kann man den neuen Golf bewerben, als vor der Kulisse des tiefblauen Mittelmeeres an der Küste des Lichts. Noch sind es nur Journalisten und Händler, die in das Freiluft-Fahrvergnügen kommen, aber ab Juni kann man den neuen Open-Air-Golf auch erwerben (bestellen natürlich schon jetzt).
Verglichen mit so manchem Boliden, der auf den Straßen rund um St.-Tropez unterwegs ist, ist das Kompaktklasse-Cabrio recht preiswert: ab knapp 24.000 Euro ist man dabei. Dafür braucht man auch nicht mehr auf den wuchtigen Überrollbügel zu schauen, der die bisherigen Varianten zierte. Auch das Thema Sicherheit wird heutzutage vollautomatisch erledigt: Beim Überschlag fahren blitzschnell Bügel aus und übernehmen den unabdingbaren Insassenschutz.
Das Verdeck ist aus Stoff und in nur neun Sekunden aus- und einfahrbar, und das auch während der Fahrt bis zu 30 Stundenkilometer. Mit 105 bis 210 PS kann man sich das Gefährt motorisieren lassen, das reicht alle Male, um morgens von der Villa Belrose zum Strand und abends zurück zu fahren, und das weit unauffälliger als mit manch anderem Fahrzeug aus dem Hause Volkswagen, wie zum Beispiel den auch in St.-Tropez und Umgebung gerne gesehenen und ebenfalls bügelfreien Bentley Azure ...
21.04.2011, St.-Tropez (ft).
Saisoneröffnung zu Ostern
Die Sonne scheint und wärmt die Luft, und vielerorts wird gewerkelt, gehämmert, gemalert und herausgeputzt. St.-Tropez und die umliegenden Orte erwachen aus dem Winterschlaf und bereiten sich auf die neue Saison vor. Noch sind nicht alle Restaurants, Bars, Boutiquen, Traiteurs und Strandclubs geöffnet, aber täglich werden es mehr. So kann man schon jetzt auf der Dorfterasse von Gassin mit Blick auf die Küstenlandschaft bis hinüber zu den noch schneebedeckten Seealpen lunchen und das angenehme Frühlingsklima genießen. Oder einen Marsch auf den ausgedehnten Küstenwanderwegen zu einer der versteckten kleinen Buchten wagen. Oder sich auf einer der ersten herausgeräumten Matten am Pampelonne-Strand bräunen. Oder sich morgens auf dem Place aux Herbes hinter dem traditionellen Fischmarkt ein Gläschen Champganer genehmigen und dazu frische Austern an der kleinen Spezialitätenbar schlüfern. Oder nachmittags den Einheimischen auf dem Place des Lices in St.-Tropez beim Boulespiel zuschauen. Oder zu einem Einkaufsbummel in die Luxusboutiquen der Altstadt aufbrechen. Oder abends im bekannten marokkanischen Restaurant Salama in St.-Tropez speisen, um danach den Digestif an der Bar du Port einzunehmen und die ersten Flaneure zu beobachten. Noch herrscht bei alledem große Gelassenheit, bevor spätestens ab Pfingsten, als ob jemand einen großen Schalter umlegt, in St.-Tropez und Umgebung das einkehrt, wofür es weltweit bekannt ist: Pulsierende Urlaubstimmung vor unvergleichlicher Kulisse.
22.02.2011, St.-Tropez (ft).
Frühling an der französischen Riviera
Es ist die Zeit der Blumenkorsi und Trüffelmärkte, der Weinwettbewerbe und ersten Segelregatten: Im Februar und März wärmt die Sonne die Luft an der Mittelmeerküste sofort auf 15 bis 20 Grad, wenn die dunklen Wolken und die in den letzten Jahren verstärkt auftretenden sintflutartigen Regenfälle Pause machen. Denn die meteorologische Lage an der Côte d´Azur ist im Winter sehr ambivalent. Heftige Regenstürme und lieblich milde Sonnentage wechseln sich ab. Die Stimmung kann von einem auf den anderen Tag komplett umschlagen. Die schweren Wetter können sich tagelang halten, doch zum Glück vertreibt jetzt im Februar die stärker werdende Frühlingssonne immer öfter die tief hängenden Wolken, und sofort reckt und streckt sich die Flora. Vor allem die kräftig gelb blühenden Akazienbäume und -sträucher, eine Unterart der Mimosengewäsche und daher im Volksmund, botanisch aber nicht ganz korrekt, Mimosen genannt, geben der Riviera ein frisches Frühlingsbild. Mit Blumenfesten und -umzügen huldigt man der üppigen Farbpracht, die so wunderbar mit dem Tiefblau des Meeres und des provencalischen Himmels kontrastiert. Allen voran in Bormes-les-Mimosas natürlich, aber mittlerweile auch in Le Lavendou, Cavalaire, Sainte-Maxime, und hinauf an der „alten“ Côte d´Azur über Mandelieu, wo alljährlich im Februar eines der ältesten Mimosen- und Zitronenfeste gefeiert wird, bis nach Menton. Und weiter nach San Remo im italienischen Ligurien, weltbekannt für seine Blumenkultur (und unter anderem alljährlich Spender des üppigen Blumenschmucks für das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker im Goldenen Musikvereinssaal). Schnee mag man hier nur aus sicherer Distanz: Er überzuckert die Seealpen, die in der klaren Winterluft über dem ultramarin leuchtenden Meer und der immergrünen Küstenlandschaft zum unvergleichlichen Landschaftspanorama der blauen Küste beitragen, wahrlich ein immer wieder erstaunliches Naturphänomen.
07.02.2011, St.-Tropez (ft).
Immobilienpreise in und um St.-Tropez
stagnieren auf hohem Niveau
Dieser Tage kann man es in den lokalen Medien nachlesen: Die Immobilienpreise in St.-Tropez und Umgebung stagnierten im Jahr 2010 auf hohem Niveau. Aber sie sind in den Jahren 2008 und 2009 auch nicht gesunken, wie sonst überall in Frankreich. Ein Quadratmeter in der Altstadt von St.-Tropez kostet derzeit zwischen 9.000 und 15.000 Euro, eine Zweizimmerwohnung am Ortsrand 400.000 Euro (zum Vergleich: der Quadratmeterdurchschnittspreis für ganz Frankreich lag nach Angabe des französischen Maklerverbandes FNAIM im letzten Quartal 2010 bei 2.469 Euro).
Hat sich die Zahl der Immobilienmakler in und bei St.-Tropez innerhalb der vergangenen 10 Boomjahre auf 80 nahezu verdreifacht, ist die Zahl der Transaktionen nicht in gleichem Maße gestiegen. Denn einer nach wie vor großen Nachfrage steht ein auch in den Krisenjahren nur kaum gestiegenes Angebot gegenüber. Und die Nachfrage dürfte im Jahr 2011 sogar noch steigen, weil die Zinsen nach wie vor günstig sind und das Ausbleiben des ganz großen Crashs bei der vermögenden Mittelschicht und Erbengeneration wieder Vertrauen gebildet hat, Geld in Ferienimmobilien zu investieren. Die Zahl an Objekten, bei denen Lage, Bau- und Ausstattungsqualität stimmen, ist allerdings nicht besonders groß, die Preise dementsprechend oft hoch, bei vielen Objekten aufgrund unrealistischer Vorstellungen der Eigentümer sogar zu hoch. Das führt dazu, daß es nicht wenige Objekte gibt, die trotz der eigentlich guten Nachfragesituation unverkäuflich bleiben.
Dennoch, mit viel Geduld, aber ohne Zögerlichkeit, wenn ein passendes Angebot auftaucht, läßt sich gerade in und um St.-Tropez immer noch das Traum-Ferienhaus finden. Die über weite Strecken geschützte Mittelmeer-Küstenlandschaft, der eindrucksvolle Yachthafen vor denkmalgeschützter Fischerhauskulisse, die langen Sandstrände und das umfassende Angebot von provencalischer Idylle, moderner Kunst, Erlebnis- und Gourmetgastronomie bis hin zu den langen Parties in lauer Sommerluft bilden den besonderen Attraktionsrahmen von St.-Tropez. Er sorgt für ein bereits über viele Jahrzehnte nachhaltiges internationales Publikumsinteresse, wie es weltweit nur an wenigen Orten zu finden ist.
30.01.2011, Gassin (ft).
Jean-Pierre Aumont
Freiheitskämpfer und Hollywoodstar
Heute vor zehn Jahren, am 30. Januar 2001, starb in seinem Anwesen in Gassin Jean-Pierre Aumont. Vor allem den Franzosen ist er noch in bester Erinnerung als einer der großen Film- und Theaterschauspieler ihres Landes. Er wurde 90 Jahre alt. Dieser Tage gedenkt auch und vor allem die Region um St.-Tropez seiner, denn er hatte sich 1943, nachdem er aufgrund seiner jüdischen Abstammung aus Franreich emigriert war und bereits zwei Jahre im sicheren Amerika gelebt und in Hollywood gearbeitet hatte, zum französischen Militär gemeldet . Nach Kriegseinsätzen mit Verwundungen u.a. in Tunesien und Italien hatte er auch an den Einsätzen zur Befreiung des Departements VAR teilgenommen.
Geboren im Januar 1911 in Paris als Jean-Pierre Philippe Salomons begann er mit 21 Jahren Theater zu spielen, zwei Jahre später schon wirkte er bei der Uraufführung von Jean Cocteaus „La machine Infernal“ mit. Während seines Exils in den USA arbeitete er für MGM und drehte den Film „The Cross of Lorraine“, der Charles de Gaulle sehr gefallen haben soll, hatte er doch das Lothringer Kreuz als Symbol seiner Exilregierung und der französischen Resistance gewählt. Danach mochte Aumont nicht einfach die Karriereleiter im sicheren Hollywood hochklettern, sondern meldete sich 1943 zum französischen Militär. Im November 1944 überlebte er nur knapp einen Anschlag auf den Wagen seines Generals Diego Brosset, der dabei getötet wurde. Für seine Tapferkeit während des Krieges wurde Aumont u.a. mit dem Verdienstorden der Ehrenlegion ausgezeichnet.
Nach dem Krieg kehrte Aumont in die USA zurück und heiratete die Schauspielerin Maria Montez, die 1951 jedoch vermutlich aufgrund eines Herzanfalls in der häuslichen Badewanne ertrank. Mit ihr hatte er eine Tochter. 1953 spielte Aumont den Zauberer in dem erfolgreichen Film „Lili“, 1954 in dem Historienfilm „Versailles – Könige und Frauen“, in dem übrigens in einer kleinen Nebenrolle auch Brigitte Bardot mitwirkte. 1956 ehelichte er die italienische Schauspielerin Marisa Pavan, mit der er zwei Söhne hatte. 1962 ließ sich das Paar zwar scheiden, fand aber wenig später wieder zusammen und führte bis zu seinem Lebensende in Gassin ein glückliches Leben.
Die Liste der über 150 Filme, in denen er mitwirkte, enthält u.a. auch „Der Teufel kommt um 4“ mit Spencer Tracy und Frank Sinatra (1961), „Das Schloß in den Ardennen“ von Sydney Pollack mit Burt Lancester in der Hauptrolle (1970), „Die amerikanische Nacht“ von Francois Truffaut (1973) sowie „Das Blut der anderen“ von Charles Chabrol mit Jodie Foster in der Hauptrolle (1984). Als einer der am meisten ausgezeichneten französischen Schauspieler (1991 mit dem Ehren-Cäsar) verbrachte er viele Jahre in seiner Villa in Gassin, bevor er vor zehn Jahren einem Herzanfall erlag. Seine Frau Marisa Pavan, 79, am 28. Januar 2011 in der VAR-Matin: „Ich bewahre seine Urne auf. Wenn ich sterbe, wird unsere Asche vermengt und wir werden zusammen über der Pampelonne-Bucht ins Meer verstreut, so wie er es sich gewünscht hat“.
Bild: Jean-Pierre Aumont und Grace Kelly (1955)
17.01.2011, St.-Tropez (ft).
Segonzac in St.-Tropez
Als André Dunoyer de Segonzac 1974 mit 90 Jahren in Paris starb, war er ein weltweit geachteter Maler, Grafiker und Illustrator und gilt als bedeutender Vertreter der Realistischen Malerei zwischen den beiden Weltkriegen des vergangenen Jahrhunderts und der Abstrakten Druckgrafik, vor allem nach dem zweiten Weltkrieg.
Der Schüler der berühmten Ècole des Beaux.-Arts in Paris wurde weltweit mit Preisen und Ausstellungen geehrt, darunter 1933 mit dem Preis der Carnegie-Foundation, 1934 mit dem Preis der Biennale in Venedig, 1938 mit einer Ausstellung in Chicago und 1939 in London. Segonzac wurde 1947 in die britische Royal Academy und 1948 in die Académie Royale von Belgien berufen. Zahlreiche Ausstellungen in namhaften Galerien und Museen folgten, 1959 war er beispielsweise Teilnehmer der documenta 2 in Kassel.
Schon um 1910 begann er die Landschaften bei St.-Tropez zu malen, wo er ab dieser Zeit bis an sein Lebensende die Sommermonate verbrachte. Das städtische Museum L´Annonciade widmet ihm derzeit eine Sonderausstellung unter dem Titel „Les Géorgiques de Virgile“. Segonzac hatte die Neuausgabe des mehrbändigen Werkes illustriert, seine vielleicht bedeutendste Arbeit als Illustrator. In der Schau, die noch bis zum 26. April 2011 zu sehen ist, werden auch viele Gemälde und Zeichnungen ausgestellt, die in St.-Tropez und Umgebung enstanden sind.
10.12.2010, St.-Tropez (ft).
Beachboy: Der neue BamBoo
"Dieses offene Gefährt weckt den Wunsch nach Sommer, nach Sonne und Strand, nach Leichtigkeit und Unbeschwertheit. Es ist eine Reminiszenz an die 70er Jahre, an Südfrankreich und St. Tropez. Und hinter dem Lenkrad in Richtung Tahiti-Strand fahrend vermutet man Brigitte Bardot mit Playboy Gunther Sachs an ihrer Seite", so der Originaltext der Schweizer Konzeptschmiede Rinspeed des Autovisionärs Frank M. Rinderknecht.
Und wer sich die Fotos des erstmals auf dem Genfer Automobilsalons im März 2011 präsentierten "BamBoo" ansieht, dessen Namen auch ein Hinweis darauf sein soll, daß in dem mit Elektroantrieb ausgestatteten Freizeitspass verschiedene Materialien aus Bambusfasern gefertigt sind, möchte am liebsten gleich einsteigen und zum Club 55 fahren. Die dort zwar nicht geforderten, aber höflicherweise dem Einparker zu übergebenden zwanzig Euro kann man sich dann nämlich sparen: Man stellt seinen Beachboy einfach etwas weiter weg ab und radelt die letzten Meter mit dem an Bord mitgeführten faltbaren Zweirad für die letzte Meile!
Und weil wir es nicht hätten besser sagen können, lassen wir nochmals Rinspeed zu Wort kommen: "Wessen Blick nicht vernebelt ist durch PS-Orgien, Chromlametta und Höchstgeschwindigkeitsrausch, der schaue genau hin. "BamBoo" drückt auf den "Reset"-Knopf, macht den Kopf frei für neues und luftiges Denken. Denn er überzeugt durch einfache, sauber gezogene Linien. Kein Schnick. Kein Schnack. Nichts ist überflüssig. Klare Ästhetik in reinster Form. Wie bereits gesagt auch im übertragenen Sinne: Nomen est omen. Bambus eben."
28.11.2010, St.-Tropez (ft).
Festlich: Silvester 2010 in St.-Tropez
Alle Jahre wieder im Dezember erwacht das Fischerdorf aus dem Winterschlaf. Wie von Geisterhand bewegt öffnen Boutiquen, Restaurants, Cafés, Bars und Nachtclubs. Am malerischen Place aux Herbes hinter dem Fischmarkt ist der Gemüse- und Obststand wieder da, die Austerntheke ist besetzt, der kleine Käseladen unter der historischen Treppe bietet unwiderstehliche Köstlichkeiten wie seinen umwerfenden Fromage aux Truffes an, und der Weinhändler mit dem kleinen Bistrotisch für die Degustation zwischendurch stapelt die Champagnerkisten vor der Tür.
Die historischen Häuser um den alten Yachthafen sind in ein andauernd sanft wechselndes Lichterfarbenmeer getaucht, festliche Weihnachtsbeleuchtung hängt überall und eine Winterlandschaft mit Schlittschuheisbahn ist auf dem Place des Lices aufgebaut. Jetzt ist die Zeit für den harten Kern der St.-Tropez-Fans, für die Bewohner der Altstadt ebenso wie der vielen hundert Villen auf der Halbinsel und für die Tagesausflügler aus Cannes, Nizza, Monte Carlo und dem nahen Italien. Heiligabend ebenso wie Silvester kann man sich noch bis 18 Uhr in den Delikatessengechäften für das Festmahl am Abend eindecken, falls man sich nicht für ein Galadiner im Restaurant entscheidet.
Seinem Kater weglaufen kann man dann bei einem Spaziergang durch die benachbarten schönen Bergdörfer Grimaud, Ramatuelle oder dem am nächsten gelegenen Gassin, von dem man einen herrlichen Ausblick auf die Küste und den Golfe de St.-Tropez hat. Party und Beschaulichkeit, beides kann man in St.-Tropez über den Jahreswechsel in vollen Zügen genießen.
21.10.2010, St.-Tropez (ft).
Räumungsverkauf de luxe
Während Millionen Menschen in Frankreich gegen die Pensionsreformen protestieren, ziehen auch in St.-Tropez tausende von Menschen durch die Straßen, allerdings aus einem ganz anderen Grund: Alljährlich Ende Oktober räumen die Geschäfte ihre Waren auf die Straße für den ganz großen Saisonschlussverkauf, in diesem Jahr für 4 Tage von Freitag, den 22. bis Montag, den 25. Oktober. Bis auf wenige große Markenfilialen machen fast alle Boutiquen bei dieser „Grande Braderie de St.-Tropez 2010“ mit und locken mit attraktiven Preisen Menschen aus ganz Südfrankreich und darüber hinaus an die Côte d´Azur. Selbst aus Cannes und Nizza fahren für dieses Wochenende Personenfähren nach St.-Tropez. Denn das ultimative Shoppingerlebnis kann man mit einem Mittagessen in der milden Herbstsonne am Hafen verbinden. Oder, nachdem die Geschäfte während der Braderie erst um 22.00 Uhr schließen, mit einer „After-Shop-Party“ zum Beispiel in der Bar du Port oder der Brasserie des Arts.
21.09.2010, St.-Tropez (ft).
Legendäre Großregatta - Les Voiles de St.-Tropez
Mehr als 300 Segelyachten mit über 3.000 Crew-Mitgliedern treffen sich auch in diesem Jahr zur spektakulären und legendären Großregatta „Les Voiles de St.-Tropez“. Begonnen hatte alles 1981, als zwei Yachteigner bei einem Drink im (Strand-)Club 55 beschlossen, am nächsten Tag auszuprobieren, wer schneller ist. Daraus wurde eine von Jahr zu Jahr wachsende Veranstaltung, die schnell viele der schönsten Segelschiffe, von historisch bis hypermodern, anzog. Einige Jahre unterbrochen durch den tragischen Tod eines Seglers wurde die Regatta im Jahr 2000 wiederbelebt und wird seitdem von der nautischen Gesellschaft von St.-Tropez ausgetragen. Hunderte Schiffseigner, Besatzungen, Pressevertreter und zehntausende Besucher aus aller Welt tummeln sich um den alten Hafen, in den Cafés, Bars und Restaurants und beleben das herbstliche St.-Tropez. Ein eigens neben der Hafenmeisterei aufgebautes Zeltdorf bietet Informationen und Merchandising rund um die Regatta und ist beliebter Treffpunkt für Teilnehmer und Gäste. Die Preisverleihung am letzten Tag findet standesgemäß auf der historischen Zitadelle, die über St.-Tropez thront, statt, bevor das Ereignis mit einem großen Feuerwerk zu Ende geht.
14.08.2010, St.-Tropez (ft).
St.-Tropez und die Kunst
Lange bevor Brigitte Bardot dem Fischerdorf zu internationaler Bekanntheit verhalf, war die zauberhafte Küste in und um St.-Tropez schon Anziehungspunkt für Intellektuelle und Künstler, die hier gerne ihre Sommermonate verbrachten. Das 1918 von Moise Kisling gemalte Ölbild „St. Tropez“ strahlt jenen ursprünglichen Charme aus, der auch heute noch im alten Fischerhafen zu finden ist, wenn auch nur in einem kleinen Teil des ansonsten von großen Luxusschiffen und Powerschnellbooten besetzten Yachthafens. Das Kisling-Gemälde wechselte vor wenigen Wochen beim Auktionshaus Neumeister in München für 22.000 Euro seinen Besitzer. Deutlich preiswerter sind die Objekte der Künstler, die rund um den Hafen direkt auf der Kaimauer ausstellen dürfen, hier geht es ebenso touristisch zu wie auf dem Montmatre in Paris. Doch die Verwaltung von St.-Tropez bemüht sich seit geraumer Zeit, namhafte Ausstellungen in ihr städtisches Museum „L´Annonciade“ zu bekommen, mit einigem Erfolg: In diesem Jahr zum Beispiel „Rodin et la couleur“, die die nicht so bekannte Karriere des großen Bildhauers als Zeichner vorstellte, oder derzeit die Präsenation von 45 Gemälden und Zeichnungen von Amadeo Modigliani. Und um den Hafen herum wurden in diesem Jahr Monumentalskulpturen von Fernando Botero aufgestellt, dessen Werke seit Jahrzehnten auch in den großen Museen für zeitgenössische Kunst u.a. in New York, Paris, Moskau und Köln zu sehen sind. Die älteste private Kunstgalerie auf der Halbinsel von St.-Tropez befindet sich aber nicht im Ort selbst, sondern im benachbarten Bergdorf Gassin. Seit 1969 kann man in der rennomierten „Galerie die Barri“ nicht nur jedes Jahr neue Werke von internationalen, aber fast immer auch dem Midi verbundenen Künstlern wie Caudron, Andrew Painter, Gordon Hopkins, Claudio Missagia und Mathieu Weemaels in Augenschein nehmen, sondern auch von der Dachterasse aus einen spektakulären Panoramarundblick auf die malerische Küstenlanschaft genießen.
20.06.2010, St.-Tropez (ft).
Zugabe: Große Show um Brigitte Bardot
Die Beziehung zwischen Brigitte Bardot und Saint Tropez ist kompliziert. Einst eine Erfolgsgeschichte für beide Seiten, ist die auch Jahrzehnte nach dem Karrierehöhepunkt noch immer weltweit bekannte französische Filmschauspielerin zwar nie in der Stadt zu sehen, kann aber auch nicht von ihr lassen. Noch immer lebt sie im 1958 erworbenen Anwesen La Madrague an der Baie des Canebiers. Sie soll aber wohlwollend gestimmt gewesen sein, als sie erfuhr, daß ihr zu Ehren diesen Sommer eine große Austellung zu ihrem bittersüßen Leben und Werk in St.-Tropez stattfindet. Die Bardot von heute wird in Frankreich nur noch gelitten - mehrfach wurde sie bereits wegen radikaler Äußerungen verurteilt -, an ihre aktive Zeit als Filmschauspielerin, die bereits vor über 35 Jahren zu Ende ging, erinnert man sich aber immer wieder gerne. Die Austellung ist auf 800 Quadratmetern im Espace des Lices in St.-Tropez noch bis zum 31.10.2010 zu sehen.
30.04.2010, St.-Tropez (ft).
Mosaique Provencale in der Galerie dei Barri
Gegründet 1969 ist die Galerie dei Barri im malerischen Bergdorf Gassin die älteste Kunstgalerie auf der Halbinsel von St.-Tropez. Zu ihren bekanntesten und permanent ausgestellten Künstlern gehört Didier Caudron, dessen „Mosaique Provencale“ neben einer Reihe weiterer neuer Werke in Gassin zu sehen ist. Caudron, im Norden Frankreichs geboren, lebt abwechselnd in den Departements Indre und Var. Seine Leidenschaft für das Licht der Provence spiegelt sich in vielen seiner Werke wieder. Als ehemaliger Segelflieger liebt er die changierenden Farben und Schattierungen von Landschaften aus der Vogelperspektive. Neben seinen Gemälden sind in der Galerie dei Barri auch Plakate mit Motiven von Caudron erhältlich. Die Galerie am Place dei Barri ist von April bis Oktober täglich ab 10 Uhr geöffnet und ganzjährig im Internet unter www.galbar.com.
25.02.2010, St.-Tropez (ft).
Die besten provencalische Weine
Die Provence ist nicht nur eines der wichtigsten Weinbaugebiete Frankreichs, sie war sogar das erste: Seit 2.600 Jahren keltern die Völker, die die Provence besiedelt haben, Wein. Über viele Jahrhunderte hinweg war der Weinanbau fest in der Hand von Klöstern und später des Hochadels. Eine Fülle namhafter und weniger bekannter Weingüter sorgt heute für den großen Reichtum an verschiedenen Weinen, deren Reben unter der südlichen Sonne auf äußerst unterschiedlichen Böden reifen. Das war nicht immer so, denn bis vor wenigen Jahren gab es eine Periode, in der vor allem Rosé als Massenware hergestellt wurde. Große Kooperativen produzieren zwar immer noch für den breiten Markt, daneben haben jedoch viele Winzer, mit finanzieller Unterstützung oft auch aus dem Ausland, die Provence als attraktive Weinregion gleichsam wiederentdeckt. Dennoch ist und bleibt der Rosé die führende Farbe, sie macht bis zu 80% der jährlichen Weinproduktion aus. Seit drei Jahren werden jährlich in einem Wettbewerb die besten Weine ausgewählt. Das Finale des "Concours des Vins de Provence" findet in diesem Jahr am 4. März in St.-Tropez statt. Zugelassen sind Rot-, Rosé- und Weißweine der Herkunft "Côtes de Provence", "Côteaux d´Aix-en-Provence" und "Côteaux Varois en Provence". Weitere Informationen gibt es auf www.concoursdesvinsdeprovence.com.
05.02.2010, St.-Tropez (ft).
Kulturelles Rendevous mit Argentinien
Es geschah unter dem Eindruck der Französischen Revolution: Am 25. Mai 1810 erklärte sich Argentinien für unabhängig. Der zunächst auf Buenos Aires beschränkte Aufstand führte zu einem landesweiten, 1816 schließlich erfolgreichen Unabhängigkeitskrieg gegen die Spanier. Anläßlich des zweihundertsten Jahrestages der argentinischen Mairevolution veranstalten die Stadt St.-Tropez und die Argentinische Botschaft in Frankreich ein zehntägiges Kulturprogramm. Warum in St.-Tropez? Einer der bekanntesten argentinischen Freiheitskämpfer, der in der Folge die ganze Welt umsegelte und vielerorts die argentinische Flagge hisste, war Tropezer, der Korsar Hippolyte Bouchard. Auch über ihn wird ausführlich informiert, wenn vom 12. bis zum 21. Februar Dokumentationsfilme gezeigt werden, Konzerte und Podiumsgespräche stattfinden. Die Bibiothek des Pariser Centre Georges Pompidou zeigt Handschriften, Fotografien und Bücher berühmter lateinamerikanischer Schriftsteller. Zu sehen sind außerdem Werke der argentinischen Fotografen Jorge Hermet und Céline Frers. Täglich wechselnde Dokumentationsfilme beschäftigen sich mit der Landschaft, der Musik, der Geschichte, der Politik und dem Alltag in Argentinien. Schließlich hat die Librairie du Port eine reiche Auswahl von Büchern aus und über Argentinien zusammengestellt. Das kulturelle Rendevous findet im Salle Jean-Despas am Place des Lices statt, der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.
24.12.2009, St.-Tropez (ft).
Impressionist Jean Puy in St.-Tropez
Das für seine häufigen Impressionisten-Ausstellungen bekannte Museum L´Annonciade in St.-Tropez widmet Jean Puy eine Sonderausstellung. Erst im Alter von 20 Jahren während seines Architektur-Studiums in Lyon eher zufällig zur bildenden Kunst gekommen, drängte es ihn schnell nach Paris, wo er sich 1899 niederließ. Er wurde mit Matisse, Derain, Gauguin und Cézanne bekannt, mit Matisse verband ihn eine lebenslange Freundschaft. Den Durchbruch verschaffte ihm der renommierte Galerist Ambroise Vollard, über den die Gemälde Jean Puys ihren Weg über Frankreich hinaus in große Sammlungen in Moskau und in der Schweiz schafften. Jean Puy hielt sich ebenso wie seine namhaften Künstlerkollegen auch oft im Süden auf. Das städtische Museum in St.-Tropez, das auch in seiner Permanenzausstellung Werke von Jean Puy zeigt, ist der richtige Ort, um diesen schaffensreichen, vom Impressionismus und Pointilismus geprägten und auch zu den Vertretern des Fauvismus zählenden Künstler zu ehren. Die Ausstellung ist noch bis zum 15. März 2010 zu sehen.
21.12.2009, St.-Tropez (ft).
Romantische Idylle und Partyfieber in St.-Tropez
Zum Jahresende erhebt sich das malerische St.-Tropez aus dem Winterschlaf. Die Luxusboutiquen und Gourmetrestaurants öffnen, im VIP-Room oder der Brasserie des Arts werden rauschende Silvesternächte gefeiert. Die große Weihnachtsausstellung der Antiquitätenhändler öffnet ihre Pforten und für die Kinder ist ein Teil des Markplatzes zur Schlittschuhbahn umgebaut. Stimmungsvolle Festbeleuchtung erleuchtet die Hafenpromenade, und in der Silvesternacht zündet die Stadt ein spektakuläres Feuerwerk über der Zitadelle. St.-Tropez zu Silvester ist eine Reise wert - hier und in den umliegenden provencalischen Dörfern stehen bei Ferienhaus-Tropez auch für Kurzentschlossene schöne Villen und romantische Dorfhäuser zur Verfügung.
12.12.2009, St.-Tropez (ft).
Eine Eisbar an der Côte d´Azur
Wer das milde Winterklima genießen und dennoch ab und zu eisige Luft atmen möchte, ist seit diesem Jahr in St.-Tropez bestens aufgehoben. Kurz vor dem Ortseingang hat im Frühjahr das luxeriöse Hotel "Kube" eröffnet, wenige Meter vom Meer entfernt mit Panoramablick auf den Golfe de St.-Tropez. Im Restaurant kann man Neuinterpretationen von französischen Klassikern genießen. Exklusiv sind der "Chef´s Table", der sich in einem Glaswürfel inmitten der Küche befindet, und der Weintisch im neben der Küche gelegenen, mit über 10.000 Flaschen bestückten Weinlager. Die gesamte Einrichtung ist stylisch, minimalistisch modern und mit hochwertiger Technik ausgestattet. Eindrucksvoll die auch im Hochsommer auf Minusgrade heruntergekühlte Eisbar, der einzigen an der Côte d´Azur - wer die Winterjacke nicht dabei hat, bekommt eine ausgeliehen...
16.11.2009, St.-Tropez (ft).
Silvester in St.-Tropez
Im Oktober und November erholt sich St.-Tropez vom heißen Sommer, aber in der Vorweihnachtszeit erwacht das weltbekannte Dorf wieder zum Leben. Viele Boutiquen und Restaurants öffnen wieder. Die ein oder andere Luxusyacht macht über die Feiertage im alten Hafen fest. Auf dem Place des Lices wird eine Winterlandschaft mit Eislaufbahn aufgebaut. Und in der Sylvesternacht geht es hoch her, zum Beispiel im Quai Joseph oder im Bistro des Lices, das in Wahrheit viel mehr ist als Bistro, nämlich Restaurant, Bar und Lounge mit DJ und nicht nur zu Sylvester einer der angesagten Partytempel in St.-Tropez. Zahlreiche Restaurants bieten Weihnachts- und Silvestermenüs, in St.-Tropez zum Beispiel das Pan dei Palais, das L´Escale, das neue Kube Hotel (mit Eisbar), in Ramatuelle das L´Ecurie du Castellas und am Pampelonne-Strand der Plage du Jumeaux.
10.11.2009, St.-Tropez (ft).
Hommage an Boris Vian
Am 27. und 28. November 2009 wird in St.-Tropez dem Schriftsteller, Jazzmusiker, Schauspieler und vor allem Provokateurs Boris Vian gedacht (1920 - 1959). Schon dessen Kindheit war bemerkenswert. Geboren als Sohn eines wohlhabenden Frabrikanten mußte seine Familie Anfang der dreißiger Jahre von der gewohnten Villa ins Gartenhäuschen umziehen, denn der Vater war Opfer der Weltwirtschaftskrise und ging pleite. Die Villa wurde von den Eltern des später weltberühmten Violinisten und Dirigenten Yehudi Menuhin gemietet, der Boris Vians Spielkamard wurde. Weniger bekannt ist Vians Verbindung zu St.-Tropez, das er im Gefolge der Künstler und Intellektuellen von Saint-Germain-des-Prés mehrere Sommer über besuchte. Hier richtete er auch den „Club de Jazz Saint-Germain Bis" ein. Für die zweitägige Hommage an Boris Vian in St.-Tropez im Salle Jean Despas stehen ein Kabarettabend, ein Konzert mit Meisterschülern des Konservatoriums Rostropovitch-Landowski, ein Jazzkonzert, die Vorführung des von Boris Vian 1952 in St.-Tropez gedrehten Kurzfilms "Saint-Tropez, devoir de vacances" mit Boris Vian, Michel Piccoli, Pierre Brasseur und Juliette Greco, sowie Podiumsdiskussionen und Vorträge auf dem Programm.
